Lehren & Lernen 8-9/2023 Lernen unter erschwerten Bedingungen
15,90 €
Produktinformationen "Lehren & Lernen 8-9/2023 Lernen unter erschwerten Bedingungen"
Wenn Armut den Schulalltag bestimmt, wird Bildung zur Herausforderung. Die Doppelausgabe August/September 2023 von Lehren & Lernen widmet sich dem hochaktuellen Thema der Bildungsungerechtigkeit. Im Fokus: Wie Armut, Ausgrenzung und soziale Benachteiligung Lernen erschweren – und was Schule und Gesellschaft dem entgegensetzen können.
Bildungsgerechtigkeit als zentrale Aufgabe
Zahlreiche Beiträge zeigen eindrücklich, wie tief Armut in Bildungsbiografien eingreift – und was Pädagogik konkret leisten kann:
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Pädagogische Perspektive auf Kinderarmut
Thomas Müller bietet eine grundlegende Einordnung der Auswirkungen von Armut auf Bildungsprozesse. -
Soziale Bildungsarbeit im Schulkontext
Joachim Schroeder benennt vier zentrale Aufgabenfelder für die Schule – von der Stärkung der Teilhabe bis zur „Pädagogik der sozialen Frage“. -
Mit Menschen in Menschen investieren
Bernd Siggelkow berichtet im Interview von der Arbeit des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“. -
Berufliche Orientierung trotz Benachteiligung
Claudia Hofmann stellt das Programm „Flügge“ vor – Unterstützung beim Übergang Schule – Beruf. -
Blick auf Diagnostik und Literatur
Beiträge zur differenzierten Diagnostik (Hagmann/Tönnissen) und zur Darstellung von Armut in Kinderbüchern (Kumschlies) regen zum Perspektivwechsel an. -
Scham, Resilienz und Gerechtigkeit
Nicole Jnglin & Anna Barbara Zutter thematisieren den Umgang mit Beschämung, Göppel & Graf hinterfragen die Wirkung von Resilienzförderung, Ziehbrunner untersucht Gerechtigkeitsvorstellungen von Lehrkräften. -
Lehrkräftebildung und Inklusion
Seline Soom präsentiert ein Seminarkonzept zur Sensibilisierung für soziale Ungleichheit im Unterricht.
Weitere Themen im Panorama
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Inklusion, Auslandsschuldienst, Notendruck
Beiträge zu multiprofessionellen Perspektiven, Chancen im Auslandsschuldienst und alternativen Bewertungskonzepten. -
Klimakleber im Geschichtsunterricht
Andreas Sommer diskutiert politische Bildung anhand aktueller Protestformen. -
Lesekompetenz im Sinkflug
Ulrich Herrmann kommentiert aktuelle Entwicklungen in einem Zwischenruf. -
Für Sie gelesen
Rezensionen u. a. zu Working Class (Julia Friedrichs) und Unterricht in Präsenz und Distanz (Ralf Lankau).
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✔ Beiträge zu Kinderarmut, Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit
✔ Konkrete pädagogische Konzepte, Programme und Materialien
✔ Starke Impulse für Inklusion, Diagnostik und Lehrerbildung
✔ Kritische Reflexion zu Schule, Gesellschaft und Gerechtigkeit
| Produkttyp: | Zeitschrift |
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Seitenzahl: 80 Seiten/Doppelheft
Erscheinungstermin 18.09.2023
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Die Arche wendet sich als christliches Kinder- und Jugendwerk speziell an sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Im Interview beschreibt Bernd Siggelkow, Gründer der Arche, seine Arbeit. Ziel des Interviews war es, folgenden Leitfragen nachzugehen: Wie gestaltet sich das Leben in Armut für Kinder in sozialen Brennpunkten in Deutschland? Zeichnen sich Veränderungen durch die großen Krisen der letzten Jahre (Corona, steigende Inflation) in benachteiligten Milieus ab? Welche Konsequenzen lassen sich daraus für Schulen im Umgang mit Armut ableiten? Stichwörter: Armut, sozialer Brennpunkt, Sozialarbeit, Kinderarmut, Beziehung
Taugt Resilienzförderung zur Armutsbekämpfung? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach, indem zunächst Resilienz in Grundzügen erläutert wird, um dann Armutsbetroffenheit als einen Risikofaktor für kindliche Entwicklung zu beleuchten. Die Frage, inwiefern Schule Kinder mit Armutserfahrungen in ihrer Resilienz fördern kann, wird aus der Perspektive eines multisystemischen Ansatzes kritisch diskutiert. Stichwörter: Resilienz, Armutsbetroffenheit, Vulnerabilität, Berührbarkeit
In den Auslandsschuldienst zu gehen, ist eine Option für Lehrkräfte. Eine im Auslandsschuldienst erfahrene Kollegin berichtet von den Herausforderungen und wie der Auslandsschuldienst die persönliche professionelle Entwicklung prägt. Neugier, keine Scheu vor Ungewohntem, die Bereitschaft zuzupacken und die Freude, auch außergewöhnliche Belastungen stemmen zu können, scheinen wichtige Grundvoraussetzungen zu sein. Frau Scheffler kommt für sich zu einem positiven Fazit. Stichwörter: Auslandsschuldienst, Deutsche Schulen im Ausland, Stärkung der eigenen Professionalität
Kinderarmut ist ein eigenständiges Phänomen, das wesentlich von Ungerechtigkeit geprägt ist. Erfahrungen des Mangels, der Ausgrenzung, des Ohnmachtserlebens und der Entwürdigung führen zu psychischen Belastungen, auffälligen Verhaltensweisen und beeinträchtigen die Bildungs- und Lernprozesse betroffener Kinder nachhaltig. Stichwörter: Kinderarmut, Mangel, Ausgrenzung, Ohnmacht, Entwürdigung, Beschämung
Das Startchancenprogramm des Bundes (und der Länder) für 2024 bis 2034 soll soziale Bildungsdiskriminierung abbauen helfen. Gefördert werden sollen 4.000 allgemein- und berufsbildende Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schüler/innen. Das Programm ist bitter nötig, der Erfolg muss leider bezweifelt werden; denn die Hauptursache der Bildungsbenachteiligung ist das deutsche selektiv-hierarchische Schulsystem, das dringend umgebaut werden muss, vorrangig die jetzigen Haupt- und Förderschulen zu integrierten (Gesamt-)Schulen mit Oberstufen. Stichwörter: Bildungsbenachteiligung, Bildungsdiskriminierung, Leistungsdiskriminierung, soziale Ungleichheit,ungleiche Startchancen, Chancengerechtigkeit, Gesamtschule, Bildungsausgaben
Einer angeblich ständig sinkenden Lesekompetenz bei Grundschulkindern soll mit einem „Startchancenprogramm“ gegengesteuert werden. Geändert werden muss vor allem die Lese- und Schreibpraxis in der Grundschule hin zu pädagogischen Arrangements für die individuelle Weckung und Förderung von Lese- und Schreibmotivation. Stichwörter: Lesekompetenz, Lesemotivation
Im Artikel erfolgt ausgehend von Gruppendiskussionen mit Lehramtsstudierenden (Ziehbrunner 2021) eine Auseinandersetzung mit dem Einräumen von Exklusivrechten bzw. Einrichten exklusiver Nischen in der inklusionspädagogischen Praxis zur Bearbeitung von Gleichheit und Differenz. Zu unterscheiden sind dabei Gerechtigkeitsvorstellungen, die zum einen sozialethisch dem Recht aller auf gleiche Achtung, Anerkennung und soziale Zugehörigkeit verpflichtet sind (egalitaristisch), zum andern darauf zielen, die Erreichung von Mindeststandards zu gewährleisten (non-egalitaristisch). Stichwörter: Gleichheit, Gerechtigkeit, Exklusivität, Anerkennung, Inklusion
Ehrenamtlich in einer Suppenküche arbeiten, eine Model-United-Nations-Konferenz organisieren, ein Instrument oder eine neue Sprache lernen, Sport treiben – diese Aktivitäten gehören in das Ausbildungsprogramm der Schüler/innen, die das International Baccalaureate Diploma an der Internationalen Schule in Stuttgart erwerben. Neben den klassischen Schulfächern müssen alle Schüler/innen ein sogenanntes CAS-Programm absolvieren, um überhaupt ihren Abschluss zu erlangen. Das Programm nennt sich CAS (Kreativität, Aktivität und Service) und stellt ein Gegengewicht zum Lernen und dem notenorientierten Denken dar. Es soll die Denkweise der Schüler/innen fördern, nicht nur für die Noten zu arbeiten, sondern auch anderen zu helfen, sich um den eigenen Körper und die Gesundheit sowie um Freizeitaktivitäten zu kümmern, die auch einen großen Teil des Lebens ausmachen. Stichwörter: International Baccalaureate, Schulbildung, Aktivität, Kreativität, Ehrenamt, soziale Verantwortung und Selbstvertrauen
Armut erfordert eine gezielte Verankerung von Lernmöglichkeiten in den Angeboten und Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Armut erfordert eine Schulpädagogik der sozialen Frage, die auch die höhere Bildung einschließt. Armut erfordert überdies eine Stärkung der unterscheidenden Gerechtigkeit in den schulischen Benotungs- und Prüfungsordnungen. Und Armut erfordert vor allem eine Curriculumreform, denn die inklusive Bildung wird nur eine Chance haben, wenn sie auch die unteren sozialen Milieus einschließt. Stichwörter: Grundversorgung, Sozialarbeit, Nachteilsausgleiche, Curriculumreform
Scham und Beschämung spielen im Sozialraum Schule eine erhebliche Rolle. Da sich Scham negativ auf das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen auswirken kann, könnte Beschämung auch den Schulerfolg negativ beeinflussen. Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie mit Scham und Beschämungsprozessen pädagogisch konstruktiv umgegangen werden kann. Stichwörter: Beschämung, Scham, Unterricht, herausforderndes Verhalten
Im Diskurs zu schulischer Inklusion wird immer wieder die Einstellung der Lehrperson als relevanter Faktor für das gelingende Miteinander in heterogenen Lerngruppen benannt. An der Hochschule für Heilpädagogik wurde deshalb ein Modul entwickelt, das die Sensibilisierung der Lehrpersonen für Inklusion fokussiert. Hierzu werden die Studierenden über ein Baustein-Konzept dazu angeleitet, konkrete Situationen aus der eigenen schulischen Praxis aus einer inklusiven Perspektive zu analysieren und weiterzuentwickeln. Im folgenden Beitrag wird dieses Konzept vorgestellt und anhand von konkreten Beispielen untermauert. Stichwörter: Inklusion, Demokratie, Vielfalt, Gerechtigkeit
Mit dem Konzept des Anthropozäns, dem erdgeschichtlichen Zeitalter des Menschen, lassen sich unsere gegenwärtigen Krisen verdichten. Geschichtsunterricht, der bei jungen Menschen Orientierungskompetenzen anbahnen möchte, muss sich vom etablierten chronologischen Durchgang durch die Nationalgeschichte lösen. Es gilt mit Schüler/innen verstärkt über menschheitsgeschichtliche Durch- und Umbrüche nachzudenken. Nur ein Geschichtsunterricht, der sich an solchen Schwellenerfahrungen abarbeitet, kann den großen Fragen unserer Gegenwart gerecht werden. Stichwörter: Geschichtsunterricht, Baden-Württemberg, Menschheitsgeschichte, Schwellenerfahrungen und Umbrüche